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Eine Übersicht

Übersicht über die verschiedenen Modelle der Torpedo-Naben der Firma Fichtel & Sachs in Schweinfurt (DE). Eine Recherche und Copryright von Hajo Meiborg, Köln

Die Torpedo-Nabe und ihre Stempelungen

Am 1. August 1895 gründeten Ernst Sachs und Karl Fichtel das Unternehmen als „Schweinfurter Präzisions-Kugellagerwerke Fichtel & Sachs“ und stellten zunächst Kugellager und Fahrradnaben her. Nach der Entwicklung der legendären Torpedo-Freilaufnabe mit Rücktrittbremse durch Ernst Sachs wuchs das Unternehmen in atemberaubender Schnelligkeit. (Aus http://de.wikipedia.org)

Einleitung

Jeder kennt sie, und doch hat sie einige kleinere und grössere Geheimnisse - die Torpedo-Freilaufnabe für Fahrräder.
Der folgende Überblick soll ein Schritt zur Aufhellung mancher dieser Unklarheiten sein. Er befasst sich mit den verschiedenen Stempelungen der Nabenhülse und des Bremshebels der Torpedonabe in der Zeit von 1903 bis 1950.
Mit Rücksicht auf den gesetzten Rahmen und um das Interesse der Leser nicht über Gebühr zu strapazieren, wurde darauf verzichtet, die Stempelung der „Innereien“ der Nabe - fast alle einzelnen Nabenteile waren separat gestempelt - auch noch erschöpfend zu behandeln. Genaue Informationen über die Stempelungen dürften speziell dem Restaurator behilflich sein, seinem Werk das „i-Tüpfelchen“ aufzusetzen.
Neben der Zuordnung der zeitgerechten Nabe zum Fahrrad gilt dies speziell für die Bremshebel. Denn so mancher Torpedonabe ist im Laufe ihres anstrengenden Lebens der originale Bremshebel abhandengekommen – sei es durch die Montage eines Hebelschlosses oder sonst wie. In diesem Fall ist hilfreich zu wissen, welche Nabenbeschriftungen zu welchen Hebeln gehören – die Qualität von Restaurierungen zeigt sich ja bekanntermassen erst im Detail ...
Aber auch für den „Laien“ kann die Stempelung interessant werden. Denn es ist immer noch vielfach nur für „Eingeweihte“ bekannt, dass sich das Baujahr eines Fahrrads - zumindest soweit die Torpedo-Nabe noch vorhanden ist - auch über die Naben bzw. deren Stempelung ermitteln lässt. Die grosse Menge der zwischen 1903 und 1950 hergestellten „Torpedos“ bedingt, dass diese Darstellung keinen Anspruch auf Vollzähligkeit erheben kann. Immerhin verliessen in diesem Zeitraum nach Angaben von F&S ca. 60'000’000 Torpedo-Naben die Werkshallen.

Aber nun zur Sache

Die Torpedo-Rücktrittnabe lässt sich in ihrer Entwicklung in vier verschiedene Typen unterteilen. Nach dem jeweiligen Jahr des Serienstarts benannt, sind dies einerseits die Typen (19)03 - teilweise auch 04 genannt -, (19)05 und (19)07 und andererseits das Nachfolgemodell (19)09, welches verschiedentlich auch als Modell 1910 und später zudem als Modell 1933 bezeichnet wurde.
Alle Nabenmodelle haben gemeinsam, dass sich sowohl auf ihrer Hülse, als auch auf dem Bremshebel (und den inneren Bauteilen) Stempelungen befinden. Anhand dieser Stempel lassen sich interessante Rückschlüsse ziehen.
Während die äusseren Stempelungen nachfolgend detailliert beschrieben werden, soll hinsichtlich der inneren Stempelungen der Hinweis genügen, dass fast alle Bauteile der jeweiligen Mo-delle mit dem Modellnummer gestempelt wurden - z.B. „09“. Später kamen noch das Kürzel ,,F&S“ und das Baujahr in Form der letzten beiden Jahreszahlen hinzu (z.B. „24“ für 1924). Bezüglich dieser Stempelungen sollte stets bedacht werden, dass sie nur das Alter des jeweiligen Einzelteils bezeichnen und zur Altersbestimmung nur verwendbar sind, falls es sich noch um ein Originalteil handelt. Die Stempelung der Naben des Typs 03 konnte trotz aller Nachforschungen nicht exakt bestimmt werden. Es erscheint aber fraglich, ob es zwischen den Stempelungen der Modelle 03 und 05 einen deutlichen Unterschied gab, so dass wohl von einer sehr ähnlichen Gestaltung ausgegangen werden kann.