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Fortsetzung Phoebus

Die Radios der Marke Biennophone

Die ab 1929 einsetzende Weltwirtschaftskrise traf auch die Uhrenindustrie. In disem Zusammenhang wurde versucht, im Raum Biel neue Industrien anzusiedeln. Baumgartner fasste den Entschluss, die Produktion von Radioapparaten zu wagen. 1931 stellte die Sport A.G. das erste Radio der Marke Biennophone vor - das Modell 31. Ein Jahr später baute die Firma für den 1931 eingeführten Telefonrundspruch den ersten NF-TR-Empfänger, das Modell Biennophone 50. Eigentliche Radioempfänger wurden ab 1933 hergestellt. Auch dieser Geschäftszweig der Sport AG gedieh - bereits 1932 beschäftigte die Firma 30 Personen in der Radioproduktion, und die Marke Biennophone etablierte sich auf dem Markt.

Baumgartners Engagement für die Velobranche

Baumgartner engagierte sich früh über seine eigene Geschäftstätigkeit hinaus für das Gedeihen der Velobranche. Er wurde Vorsitzender im Verband der Schweizer Grossisten und Fabrikanten der Fahrradbranche und gründete 1928 die "Internationale Vereinigung der Grossisten". 1931 gründete er das "Centralbureau für den Handel von Fahrrädern und Teilen".

Der Existenzkampf der Fahrradindustrie 1939-45

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 begann auch für die Fahrradindustrie eine schwierige Zeit. Je länger der Krieg dauerte, desto spärlicher wurden die Zufuhren von Rohmaterialien aus Übersee. Baumgartner hatte diese Entwickung kommen sehen. Schon früh setzte er sich für das Recycling ein, vor allem für die Wiederverwertung alter Velopneus. Bald hatte er die zuständigen staatlichen Stellen für dieses Anliegen gewonnen. Als die Versorgungslage sich weiter verschlechterte, initiierte Baumgartner am 6. Juni 1941 die gesamtschweizerische Einkaufsgenossenschaft für Fahrradpneus (EGFAP). Der Genossenschaft mit Sitz in Biel gelang es, mitten im Krieg Rohgummi aus Frankreich, den USA und England zu importieren. Gleichzeitig suchte sie nach Möglichkeiten, die Fahrtüchtigkeit von Fahrrädern auf andere Weise zu erhalten - in einer Zeit, als die meisten Beschäftigten noch mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhren, ein sehr wichtiges Ziel. Auch nach der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 kamen die Güterströme nur langsam in Gang. Noch 1946 war die Tätigkeit der EGFAP für die ganze Fahrradindustrie von zentraler Bedeutung.

Emil Baumgartner verstarb am 29. 10. 1953 in Biel.

Quelle. http://www.memreg.ch